Hier ist der Fruchtstand der Spießmelde zu sehen.

Das Wildkraut Melde erkennen

Da man immer wieder hört, dass Melde (Atriplex) und Gänsefuß (Chenopodium) das gleiche sind, möchte ich Euch einmal ausführlich erklären wie ihr diese beiden verschiedenen Pflanzenarten innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) unterscheiden könnt – in diesem Artikel geht es um die Melde:

Wie bei vielen Wildkräutern gibt es auch hier super viele unterschiedliche Arten. Hier soll es jedoch um die gängigsten “spreizende Melde” und “Spieß-Melde” gehen.

Du musst keine Sorge haben, sie mit anderen Melde-Arten zu verwechseln – diese sehen einerseits anders aus, kommen seltener vor und sind meist ebenso essbar.

Merkmale

Hier ein mal die grundlegenden Merkmale ohne direkt auf eine spezielle Art einzugehen:

  • Die Laubblätter: die unteren Blätter sind hier eher spießförmig, obere Blätter lanzettlich bis linear
    • hierbei handelt es sich um eine sehr formenreiche Art, welche je nach Standort auch innerhalb einer Art sehr variieren kann
    • alle Blätter wechselständig und grau bis dunkelgrün – wenig mehlig; untere Blätter länger als breit
  • Die Samen-/Fruchtstände: sind eher kantig (rombisch bis 3-eckig), man sieht klare “Zähne”
    • die Spießmelde und die Spreizende melde unterscheiden sich hauptsächlich nur darin, dass die 3-eckigen Zähne bei der Spreizenden Melde jeweils beidseits der Frucht zu sehen ist
  • Die Blüten: sind jeweils männlich oder weiblich (nur sehr schwer zu erkennen – Lupe) befinden sich aber an einer Pflanze (einhäusig)

Vorkommen

  • Wege, Straßenränder
  • Äcker, Gärten (auch als Gartenmelde zu kaufen)
  • auf nährstoffreichen lockeren Ton und Lehmböden – erträgt auch Salz
  • häufig auch an sandigen Orten

Gut zu wissen – Verwechslung

Wenn die Blüten eher einer Rispe ähneln und die Blätter deutlich mehlig, hell-blaugrün sind, hast du evtl. den weißen Gänsefuß vor dir. Die Samen- bzw. Fruchtstände sind bei den Gänsefußgewächsen auch deutlich knolliger.
Die Laubblätter können dabei tatsächlich, je nach Größe und Standort der Pflanze, sehr ähnlich zur Melde ausfallen.
Hier gehts zum Artikel über den Gänsefuß.

Sind die Blätter nicht durchgehend wechselständig, sondern unten auch gegenständig – vergleiche “Spieß-Melde”.
Die Blätter um die Frucht dienen der Pflanze zur Verbreitung und fungieren wie Flügel.
Außerdem enthalten die Blätter viel Vitamin C und eignen sich als Wildgemüse.

Wie Du siehst, gibt es hier sehr viele sehr kleine Merkmale auf die man eingehen muss, um die beiden Fuchsschwanzgewächse zu unterscheiden – es ist normal, wenn dir das nicht gleich leicht fällt. Hier hilft es sich am Wegrand die Pflanzen immer mal wieder mit Ruhe genau anzusehen, irgendwann sieht man es direkt.

Oder komm einfach mal auf einer Wildkräuterführung vorbei!
Ab Ende Mai bis September sehen wir auch oft den weißen Gänsefuß, die Melde ist hier und da auch mal dabei!

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