Draußen ist es grau, die Beete sind leer oder es ist super warm und trocken – trotzdem wächst noch etwas Essbares direkt vor Deiner Haustür!



Einige Wildkräuter sind echte Dauerbegleiter: Sie tauchen immer wieder auf, überstehen Frost, Hitze und Tritte am Wegrand. In diesem Artikel stelle ich Dir ein paar dieser zuverlässigen “Alltags-Wildkräuter” vor, zeige Dir wo du sie finden kannst und wie man die Pflanzen sicher identifiziert – perfekt für alle, die das ganze Jahr über etwas wildes Grün auf dem Teller haben möchten.
Und das Beste: Viele dieser Wildkräuter gehören zu den nährstoffreichsten Pflanzen überhaupt – kleine Nährstoffbomben, die fast das ganze Jahr auf Dich warten.
Hier sie Top 6 der ganzjährigen Wildkräuter, was die ausmacht, wie man sie identifizieren kann und wie Du sie verwenden kannst:
Platz 1: Die Brennnessel (Urtica)

Die Brennnessel heißt nicht nur wegen ihrer Inhaltstoffe “Königin der Wildpflanzen” sie punktet auch mit ihrer ständigen Verfügbarkeit.
Im Frühjahr oder nach dem ersten Mähen sind die frischen Jungen Blätter und Triebe der perfekte Spinatersatz.
Sie passen aber auch perfekt in Kuchen, Aufläufe oder Quiche.
Im späten Sommer und Herbst kann dann das heimische Superfood – die Brennnesselsamen – gesammelt werden.
Später im Jahr, wenn sich die Pflanze in großen Teilen in die Erde zurück zieht, wird die Wurzel das kulinarisch Interessante.
Sie kann, wie der Rest der Pflanze auch, ganzjährig gesammelt werden, aber es lohnt sich insbesondere in der eher kühleren Jahreszeit, da hier dann die meisten Inhaltstoffe vorhanden sind.
Um die Wurzel haltbar zu machen, bietet es sich an, diese in dünne Scheiben (etwa wie ein 2 € Stück) zu schneiden und zu trocknen. So können jederzeit Wurzelstücke in deinen Tee wandern.
Du kannst sie aber auch frisch über dein essen reiben und den würzig herben Geschmack auf Bowls oder zu Kartoffeln genießen.
Platz 2: Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch liegt bei den meisten Gärtnern nicht im Trend, da er schnell große Flächen einnehmen kann und kaum zu bändigen ist. Aber genau das spielt uns Wildpflanzenmenschen in die Karten!
Egal ob eine Wiese frisch gemäht wurde, ob alles stehen und wachsen gelassen wird oder ob es kälter wird – der Giersch ist dabei.
Wer die 3×3 Regel kennt, kann die meiste Zeit im Jahr frischen, sehr nahrhaften Giersch genießen.
(3-kantiger Stiel, aus dem 3 Hauptblätter kommen und mindestens das oberste ist auch 3-fiedrig)
Da Giersch oft in großen Massen vorkommt, kann man hier auch schnell viel sammeln – perfekt für Pestos, Würzpasten oder grüne Suppen und Aufläufe.
Platz 3: Löwenzahn (Taraxacum officinale)



Auch wenn wir die Löwenzahnblüte nur einen kurze Zeit im Jahr haben, finden sich dennoch überall die Löwenzahnblätter in ihren typischen Blattrosetten.
Die ganze Pflanze bietet uns gesundheitsfördernde Bitterstoffe, welche die Verdauung unterstützen und vielen Gerichten einen tollen Kick geben.
Vom Löwenzahn kann jeder Pflanzenteil verwendet werden – auch hier sollte man sich wieder am Jahresverlauf orientieren.
Im Frühjahr sind die jungen Blätter noch nicht allzu bitter und schön zart- perfekt für Salate, Beilagengemüse oder einfach pur!
Sobald die Pflanze Blüht kann man aus den Blüten sog. “Löwenzahnhonig” machen und aus den Stängeln Salzstangen.
In der übrigen Jahreszeit kann die recht große Pfahlwurzel geerntet werden. Sie eignet sich für Tees, als Topping oder angebraten als Beilage am besten mit Zucchini.
Platz 4: Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Spitzwegerich dient uns nicht nur als “Pflaster der Wiesen”, sondern auch als leckere Zutat in diversen Gerichten, aber auch für Tinkturen und Hustensaft ein stetiger Begleiter.
Vom Spitzwegerich sind besonders die Blätter ganzjährig – teilweise sogar unter der Schneedecke – zu finden.
Spitzwegerich hat einen leicht pilzigen Geschmack, besonders die frischen Knospen schmecken vor der Blüte wie roher Champignon. Daher lassen sich sowohl die Blätter, als auch die Knospen und später die Samen super mit Eierspeisen verbinden.
Platz 5: Vogelmiere (Stellaria media)



Ein extrem unscheinbares Kraut im Großteil des Jahres, dennoch liest man immer wieder, dass es von März bis Oktober zu finden sei. Das stimmt auch – man muss nur wissen worauf man schauen muss.
Blühen die feinen weißen Blüten und sprießt das Kraut (leicht) in die Höhe, findet man es schnell in großen Mengen. Im Rest des Jahres muss man etwas suchen, findet aber auch die feinen, saftigen grünen Sprosse am Boden.
Gut erkennen lässt sich das Kraut an der feinen Haarlinie die sich am Stiel entlang ausbreitet – ähnlich wie ein Irokesenhaarschnitt.
Vogelmiere schmeckt leicht nach Mais oder jungen Erbsen und enthält super viel Kalium. Magnesium und Eisen – deutlich mehr als ein klassischer Kopfsalat.
Platz 6: Gänseblümchen (Bellis perennis)

Die Blüte sehen wir schon deutlich länger, als die vom Löwenzahn, jedoch kann sich das Gefühl einschleichen, dass wir die Gänseblümchen nur sehr kurz im Jahr haben und das sie nicht in diese Liste passen.
Jedoch haben wir noch länger etwas von ihnen als von der Vogelmiere – nämlich von März bis November!
Neben der Blüte sind auch besonders die kleinen Blätter sehr interessant, es gibt sogar Rezepte die sich fast nur auf diese konzentrieren – die bekannte Gänseblümchensuppe zum Beispiel.
Zusätzlich ist das Gänseblümchen eine tolle Heilpflanze für den Alltag – zum Beispiel als Gesichtswasser gegen rote Flecken/Entzündungen im Gesicht.
Diese Dauer-Wildkräuter sind mehr als nur Grünfutter – sie sind kleine Nährstoffbomben direkt vor Deiner Haustür. Mit etwas Übung holst du dir das ganze Jahr frische Power von Wiese und Weg. Probier’s aus – und wenn du tiefer einsteigen willst, schau doch gerne bei einer Wildkräuterführung vorbei!
Was gerade wächst und was Du damit machen kannst, erfährst du auch auf all meine social Media Kanälen.
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Viel Spaß beim Suchen und Verarbeiten!
Madita von WiesenWert




